Nickelallergien zählen heute zu den häufigsten Kontaktallergien in Europa.
Millionen Menschen reagieren sensibel auf Nickel, oft mit Hautreizungen, Ekzemen oder anderen allergischen Beschwerden. Meist denkt man dabei zuerst an Schmuck oder Uhren. Ein möglicher Kontaktweg wird jedoch häufig übersehen: das Trinkwasser. Dabei ist Wasser nicht einfach nur ein Lebensmittel, sondern etwas, das uns täglich begleitet.
Nickel ist im Alltag unsichtbar, aber durchaus relevant. Es ist ein gängiger Bestandteil vieler Edelstähle. Besonders einfachere Edelstahlsorten wie AISI 304 (V2A) enthalten vergleichsweise hohe Nickelanteile, um bestimmte mechanische Eigenschaften zu erreichen. Unter bestimmten Bedingungen kann sich Nickel jedoch in Spuren aus dem Material lösen und ins Wasser übergehen. Bei empfindlichen Menschen kann das Reaktionen begünstigen. Vor allem weiches Wasser, längere Standzeiten – etwa über Nacht – oder Temperaturschwankungen können dazu führen, dass Metall-ionen messbar freigesetzt werden. Für Nickelallergiker, Kinder, Schwangere oder besonders gesundheitsbewusste Haushalte ist das ein Aspekt, der nicht unterschätzt werden sollte.
Edelstahl ist dabei nicht automatisch allergikerfreundlich. Viele Armaturen werben pauschal mit dem Begriff „Edelstahl“, doch diese Bezeichnung allein sagt wenig aus. Sie gibt weder verlässlich Auskunft über den Nickelanteil noch über die Korrosionsbeständigkeit oder die tatsächliche Eignung für sensibles Trinkwasser. Edelstahl ist keine einzelne Sorte, sondern eine ganze Werkstofffamilie mit teils großen Unterschieden. Entscheidend ist nicht der Name, sondern die konkrete Legierung.
Ein Beispiel dafür ist AISI 316L (V4A). Dieser Werkstoff wurde speziell für sensible Anwendungen entwickelt und ist auch als Chirurgiestahl bekannt. Sein besonders niedriger Kohlenstoffgehalt, die stabile Passivschicht und die hohe Korrosionsbeständigkeit sorgen dafür, dass Metallionen nur in stark reduziertem Maß freigesetzt werden. Genau deshalb kommt AISI 316L überall dort zum Einsatz, wo Materialien keinerlei Stoffe abgeben dürfen – etwa in der Medizintechnik, bei Implantaten oder in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie.
Für sensible Haushalte machen wir deshalb keine Kompromisse. Unsere Armaturen bestehen vollständig aus AISI 316L Edelstahl – nicht nur an den sichtbaren Stellen, sondern in allen wasserführenden Bauteilen. So vermeiden wir Materialmischungen, galvanische Reaktionen und unnötige Schwachstellen an Übergängen, an denen Migrationseffekte entstehen könnten. Zusätzlich achten wir auf lebensmitteltaugliche Schmierstoffe, Dichtungen mit minimalem Wasserkontakt und eine Konstruktion, die das Wasser nicht belastet, sondern schützt. Für Haushalte mit Allergikern, Kindern oder einem hohen Gesundheitsbewusstsein ist das kein Luxus, sondern eine Form der Vorsorge.
Am Ende beginnt Vertrauen beim letzten Kontaktpunkt. Filter können Wasser reinigen und Leitungen lassen sich erneuern. Doch letztlich entscheidet ein einziges Bauteil darüber, was wirklich im Glas ankommt. Der Filter reinigt das Wasser – die Armatur entscheidet, was davon übrig bleibt. Für sensible Menschen ist diese Entscheidung besonders wichtig. Und sie sollte ganz bewusst getroffen werden.
