Artikel: Edelstahl ist nicht gleich Edelstahl!

Edelstahl ist nicht gleich Edelstahl!
Edelstahl ist nicht gleich Edelstahl – was wirklich im Trinkwasser ankommt
„Edelstahlarmatur“ klingt für viele Verbraucher nach Reinheit, Sicherheit und Qualität. Doch der Begriff ist nicht geschützt – und vor allem nicht eindeutig. Tatsächlich gibt es dutzende Edelstahlsorten mit sehr unterschiedlichen chemischen Eigenschaften. Für Trinkwasser und den täglichen Kontakt mit Lebensmitteln sind längst nicht alle davon geeignet.
Wer genauer hinsieht, erkennt schnell:
Edelstahl ist nicht gleich Edelstahl.
Die häufigsten Edelstahlsorten im Markt – und ihre Grenzen
Viele Hersteller setzen aus Kostengründen auf einfache Edelstähle wie AISI 303 und AISI 304.
AISI 303
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Hoher Schwefelanteil zur besseren Zerspanbarkeit
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Geringere Korrosionsbeständigkeit
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Für Trinkwasser nur eingeschränkt geeignet
AISI 304 (V2A)
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Enthält ca. 8–10 % Nickel !!
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Gute Allround-Eigenschaften gute Zerspanbarkeit
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Aber: Nickel kann unter bestimmten Bedingungen migrieren
Gerade nickelsensible Menschen oder Nickelallergiker können bei dauerhaftem Kontakt – etwa über Trinkwasser – Probleme bekommen. Nickel steht im Verdacht, allergische Reaktionen auszulösen und wird deshalb in sensiblen Bereichen kritisch betrachtet.
Warum Nickel im Trinkwasser problematisch sein kann
Nickel ist ein notwendiger Legierungsbestandteil vieler austenitischer Edelstähle. Unter bestimmten Bedingungen – etwa bei:
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weichem Wasser
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längeren Standzeiten
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Temperaturschwankungen
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oder mikroskopischer Korrosion
können Nickelionen aus dem Material freigesetzt werden. Dieser Effekt ist bekannt und wird auch in Trinkwassernormen berücksichtigt.
Je einfacher der Stahl, desto höher das Risiko.
AISI 316 ist nicht gleich AISI 316
Auch bei AISI 316 gibt es relevante Unterschiede. Zwar ist dieser Stahl durch den Zusatz von Molybdän (ca. 2–2,5 %)
deutlich korrosionsbeständiger als 304 – doch entscheidend ist der Kohlenstoffgehalt.
Hier trennt sich Qualität von Marketing.
AISI 316L – der entscheidende Unterschied
Das „L“ steht für „Low Carbon“ (niedriger Kohlenstoffgehalt, ≤ 0,03 %).
Dieser scheinbar kleine Unterschied hat enorme Auswirkungen:
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deutlich geringere interkristalline Korrosion
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stabilere Passivschicht
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minimierte Metallionen-Freisetzung
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höhere Beständigkeit gegen Wasserchemie
AISI 316L wird deshalb nicht zufällig eingesetzt in:
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Medizintechnik
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Implantaten
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Lebensmittelverarbeitung
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Pharmaindustrie
Überall dort, wo Material nichts abgeben darf.
Warum wir ausschließlich AISI 316L / V4A einsetzen
Unsere Armaturen bestehen vollständig aus AISI 316L Edelstahl – auch im Inneren.
Keine Materialmischungen, keine verdeckten Legierungen, keine Kompromisse.
Das bedeutet:
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maximal reduzierte Nickelabgabe
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höchste Korrosionsbeständigkeit
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keine Migrationseffekte
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dauerhaft stabile Wasserqualität
Fachwissen aus DVGW Richtlinien: „Werden unterschiedliche Metalle in leitfähigem Wasser miteinander kombiniert, entsteht ein galvanisches Element. Der dabei ablaufende elektrochemische Prozess führt zur sogenannten galvanischen Korrosion, bei der sich das unedlere Metall bevorzugt auflöst.“
In Verbindung mit unserer konsequenten Konstruktion – minimaler Wasserkontakt mit Dichtungen, lebensmitteltaugliche Fette, keine Beschichtungen – entsteht ein System, das das Wasser nicht verändert, sondern bewahrt.
Edelstahl ist ein Versprechen – wenn man den richtigen wählt
Wer mit Edelstahl wirbt, sollte sagen welchen.
Denn zwischen AISI 303, 304 und 316L liegen nicht nur Zahlen –
sondern Welten in Hygiene, Sicherheit und Verantwortung.
Der Filter reinigt das Wasser.
Die Armatur entscheidet, was davon übrig bleibt.
Und diese Entscheidung beginnt beim Material und wir koennen unsere Armaturen als REINSTARMATUREN bezeichnen.